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Interview [Richard Z. Kruspe] for SonntagsBlick (08-09-2007) De
Böse, schwarz - aber nicht rechts

Gitarrist und Gründer der Brachial-Band Rammstein Richard Kruspe über Deutschland, Heimatgefühle und sein Soloprojekt Emigrate.

Das erste Mal
Ein wenig Abstand wollte Richard Kruspe, Gitarrist von Rammstein. Jetzt erscheint sein Solo-Album

Schwarzer Anzug, schwarzes Hemd, schwarze Stiefel, schwarze gegelte Haare, schwarzer Kajal unter den Augen, silbern lackierte Fingernägel – Richard Kruspe sieht ein bisschen aus wie The-Cure-Sänger Robert Smith. Der Gründer und Gitarrist von Rammstein, der international erfolgreichsten deutschen Rockband, sitzt in einem düsteren Keller-Club in München (D), um über sein erstes Soloalbum mit der neuen Band Emigrate zu sprechen. Die Platte erschien im August und hat mit dem brachialen Deutschrock von Rammstein nicht viel zu tun – ausser dass es sich um eine ähnlich harte Mischung aus Metal, Punk und elektronischer Musik handelt.

SonntagsBlick Magazin: Das Logo Ihrer neuen Band Emigrate erinnert an den Davidstern. Soll das ein bewusstes Gegensignal sein zu der Nazi-Ästhetik, mit der Rammstein immer wieder gespielt hat?
Richard Kruspe: Manche Leute erinnert es auch an ein Pentagramm. Ich habe bei dem Logo keine Assoziation zum Davidstern, das ist aus meiner Sicht ein E und ein M, zwei Buchstaben, die ineinander verschachtelt sind. Das soll keine Andeutung auf irgendwas sein.

Trotzdem: Ist Emigrate eine Flucht vor dem Rammstein-Image? Ging Ihnen das nicht auf die Nerven, sich dauernd für die Leni-Riefenstahl-Optik und die martialischen Texte rechtfertigen zu müssen?
Ja, schon. An einem bestimmten Punkt hatten wir es tatsächlich satt, ständig erklären zu müssen, dass Rammstein kein Haufen von Rechtsradikalen ist. Wie oft haben wir probiert, der Presse klarzumachen, dass wir nicht so sind, wie sie glauben. Auf der anderen Seite war das immer ein Teil der Provokation. Irgendwann habe ich mich damit abgefunden. Mit Emigrate habe ich eine ganz andere Basis. Wir können einfach von vorne anfangen.

Haben Sie sich innerlich von Rammstein distanziert?
Ja und nein. Ich habe das Gefühl, ich musste mich von Rammstein und Deutschland lösen, um zu mir zu finden und dann wieder zurückzukommen. Ich wollte nicht nur räumlich, sondern auch mental loslassen. Mir wurde immer klarer, dass ich in meinem Leben die Mitte gesucht habe, sie aber nicht zugelassen habe. Vielleicht hatte ich auch Angst davor, mir eine eigene Identität zu erschaffen.

Was meinen Sie mit Mitte?
Mitte bedeutet für mich: sich selber näher kommen, sowohl persönlich als auch musikalisch. Ich wollte ganz alleine bestimmen, was ich möchte. Wenn ich für Rammstein Musik schreibe, dann geht das musikalisch von vorne herein in eine ganz bestimmte Richtung. Bei meiner eigenen Band Emigrate bin ich viel freier. Das ist eine ganz persönliche Platte geworden.

Bei Rammstein-Titeln ist meistens die dunkle, charakteristische Stimme mit dem rollenden R von Till Lindemann zu hören, Sie selbst haben nie gesungen. Bei Emigrate ist Ihre Stimme ein wichtiger Bestandteil der Musik.
Das stimmt, jetzt kann ich meine Stimme schon beim Komponieren mit einbeziehen, das ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

Rammstein wurde mit Texten berühmt, die vor deutschen Kraftausdrücken strotzen. Jetzt singen Sie bei Emigrate auf Englisch, warum?
Es war für mich immer ganz natürlich, Songs mit deutschen Texten zu schreiben, das ist ja die Sprache, die ich spreche, in der ich denke und träume. Andererseits kommen alle meine musikalischen Vorbilder aus der amerikanischen und englischen Rockmusik. Bevor ich mit Rammstein deutsche Songs gemacht habe, habe ich fast ausschliesslich englischsprachige Bands gehört.

Welche denn?
Alles Mögliche, da war ich nie auf eine bestimmte Richtungfestgelegt, das ging von Punk über Hardrock bis New Wave, von AC/DC bis The Clash.

Was soll der Name Ihrer neuen Band, Emigrate, signalisieren?
Emigrate bedeutet tatsächlich erst einmal: das physische Auswandern. Mich fasziniert der Pioniergeist der Emigranten, zum Beispiel der Mut der Wissenschaftler und der Intellektuellen, die in die USA ausgewandert sind.
Ich selbst lebe ja auch schon seit längerer Zeit in New York. Für mich persönlich bedeutet «Emigrate» im übertragenen Sinn aber auch eine Art Befreiung aus der Situation, in der ich mich befunden habe.

Befreiung von was? Von Rammstein?
Auch die Befreiung aus meiner Situation bei Rammstein, ja. Ich musste etwas Neues für mich erschaffen, damit es auch bei Rammstein weitergehen kann. Das ist aber nicht unbedingt eine Flucht, sondern eher ein Ausgleich. Ich mache ja bei Rammstein weiter. Derzeit schreiben wir an einem neuen Album. Ich pendele dauernd zwischen New York, wo ich lebe, und Berlin, wo wir mit Rammstein arbeiten.

Wo fühlen Sie sich zu Hause? In Deutschland oder in Amerika?
Deutschland ist nicht unbedingt Heimat für mich, obwohl ich von hier stamme. New York war schon immer Teil meiner Identität, dort habe ich mich immer wohlgefühlt. Aber New York ist ja auch nicht gleichbedeutend mit amerikanischer Lebensart. Mir gefällt die Liberalität New Yorks, ich glaube, das ist für mich eher Heimat als Deutschland.

Wie erleben Sie Ostdeutschland, wenn Sie dort zu Besuch sind?
Ich komme aus der Gegend nördlich von Schwerin. Manchmal besuche ich dort meine Familie. Meistens fahre ich hin, esse mit ihnen zu Mittag und fahre wieder weg. Mich hat es dort noch nie lange gehalten.

Was schätzen Sie an Deutschland?
Wenn ich in New York bin, vermisse ich deutsche Tugenden wie Verlässlichkeit und Pünktlichkeit, die einem in Deutschland extrem auf den Sack gehen können. Aber im Ausland fehlt mir das oft, da bin ich typisch deutsch.

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